Ma'alot
Gemeinsames Projekt von Keren Hayesod Deutschland
Die Zukunft der Kinder von Ma’alot liegt in unserer Hand
Es ist entschieden: Die Mehrheit des Geschäftsführenden Präsidiums hat sich für das Projekt Ma’alot-Tarshiha als gemeinsames Deutschlandprojekt ausgesprochen. Alle Kampagnen werden dafür werben.
Erschreckende Zahlen: Das Israelische Zentralamt für Statistik gab vor kurzem bekannt, dass 804.000 Kinder in Israel unterhalb der Armutsgrenze leben, jedes dritte Kind. Das ist ein alarmierender Anstieg um 50 Prozent seit 2003. Unter ihnen sind laut Sozialministerium 418.527, die als gefährdet eingestuft werden können. Sie leiden unter einem geringen Selbstwertgefühl und gehen oft früh von der Schule ab, es kommt zu Drogen- und Alkoholmissbrauch, Kriminalität und Vandalismus. Auch Straßenkinder sind darunter. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche, die in Israels benachteiligten Gemeinden und in geografischen Randzonen leben. Oft haben sie durchaus gutes Potenzial, aber mit Wissenslücken und Bildungsrückständen zu kämpfen, die spätestens im Oberschulalter zum Tragen kommen. Ihr negatives Selbstbild verstärkt sich, ihre schulischen Leistungen werden noch schlechter. So fallen sie später bei Aufnahmeprüfungen durch, die Zugang zu einer besseren Zukunft bedeuten, wie der Dienst in der Armee oder eine Hochschulbildung.
Die im Zentrum West-Galiläas gelegene Stadt Ma’alot-Tarshiha entstand 1963 durch die Zusammenlegung der Stadtverwaltungen der israelisch-arabischen Stadt Tarshiha und der jüdischen Stadt Ma’alot. Gegenwärtig gelten dort 20 Prozent der insgesamt 6400 Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren als gefährdet. Obwohl für sie durchaus Hilfsmaßnahmen zur Verfügung stehen, zielen diese zumeist auf die Schwachpunkte der Minderjährigen ab, anstatt ihre Stärken und ihr Potenzial zu fördern. Deshalb hat der Keren Hayesod mit der Jewish Agency in Ma’alot-Tarshiha das Programm „Zukunft der Jugend“ initiiert, ein beispielloses, landesweit umgesetztes Programm, das rund 6000 gefährdeten Jugendlichen an 31 Orten zu Gute kommt. Mit Hilfe umfangreicher, maßgeschneiderter Förderung werden sie ihren Platz als unabhängige und konstruktive Mitglieder der Gesellschaft finden.
Zweck
Das Programm soll gefährdeten Kindern und Jugendlichen in Ma’alot-Tarshiha eine ganzheitliche Förderung gewähren, indem alle Ressourcen ihrer Umgebung maximal genutzt werden. So sollen sie ihren eigenen Weg zum persönlichen Erfolg finden.
Zielsetzungen
Benachteiligte Kinder und Jugendliche erhalten maßgeschneiderte Bildungsförderung, so dass kritische Rückstände ausgeglichen werden. Professionell ausgebildete Tutoren werden mit diesen Kindern und ihren Familien vier Jahre lang arbeiten und zudem jedes Kind individuell fördern. Benachteiligte Kinder erhalten neue Chancen, so dass sie Zugang zu Aktivitäten haben, die ihr Selbstvertrauen und ihr Selbstwertgefühl steigern. Mit Hilfe der Tutoren wird eine junge Gemeinschaft von Aktivisten in Ma’alot-Tarshiha aufgebaut, die sich für einen sozialen Wandel einsetzen.
Einzigartige Prinzipien
1. Kontinuierliche Einzelbetreuung eines Kindes
2. Individualisierte Aufmerksamkeit
3. Erstellung eines individuellen Arbeitsplanes, der die Kinder, Eltern, Erzieher und Lehrer sowie relevante Sozialdienste einbezieht
4. Kontinuierliche Evaluation in jeder Phase
Programmbeschreibung
„Zukunft der Jugend“ wird in Form einer Partnerschaft umgesetzt, an der ein Spender, die Jewish Agency, ein israelischer Wohltäter und ein ausländischer Partner beteiligt sind. Im ersten Jahr der Laufzeit konzentriert sich das Programm auf Schüler im Alter zwischen 9 und 14 Jahren. Im zweiten Jahr wird es auf ältere Schüler ausgedehnt, die weiterhin eine Schule besuchen. „Zukunft der Jugend“ zielt darauf ab, die Schüler zu motivieren, ihr Selbstvertrauen und ihr Selbstwertgefühl zu steigern und ihre schulischen Leistungen in so wichtigen Fächern wie Hebräisch, Englisch und Mathematik zu verbessern.
Ein wichtiges Element von „Zukunft der Jugend“ sind die jungen Tutoren. Sie begleiten die Teilnehmer und planen auch Gruppenaktivitäten. Alle Tutoren erhalten eine formale Ausbildung und unterstehen der Anleitung und Kontrolle eines Tutoren- und eines Programmkoordinators.
Tutoren
Der Erfolg eines Tutors beruht auf dem Vertrauensverhältnis zu dem Schüler. Daher werden die Tutoren mit größter Umsicht ausgewählt. Sie widmen sich dem Fortschritt eines Kindes sowohl in der individuellen Betreuung als auch in der Gruppenarbeit. Sie bauen eine nachhaltige Beziehung nicht nur zu dem Kind, sondern auch zu dessen Familie auf. Junge Erwachsene, die als „Zukunft der Jugend“-Tutoren arbeiten wollen, müssen sich dazu verpflichten, mindestens drei Jahre lang in dieser Position zu arbeiten. Nur dann ist eine kontinuierliche Arbeit mit dem Kind gewährleistet. Die Mehrheit der Tutoren verfügt über einen Hochschulabschluss in relevanten Fachbereichen wie Pädagogik oder Psychologie. Meist haben sie bereits Erfahrung im Bereich der Arbeit mit benachteiligten Gemeinden gesammelt.
Ehemalige Tutorenschüler
Nach Abschluss eines jeden Jahres durchlaufen die Kinder im Sommer einen persönlichen Evaluationsprozess. Dabei wird der individuelle Fortschritt ermittelt. Welche Kinder sind weiterhin auf das Programm angewiesen? Kinder, die auf die Oberschule wechseln und/oder schulisch und emotional ohne Hilfestellung eines Tutors vorankommen, werden als ehemalige Tutorenschüler eingestuft (sie haben die erste Phase des Programms abgeschlossen). In der nächsten Phase sind sie in ein weniger rigoroses Tutorenprogramm eingebunden, werden in Gruppen von je 50 Kindern betreut und erhalten eine „abgeschwächte“ Unterstützung.
Auch außerschulische Aktivitäten sind Teil des Programms. So soll sichergestellt werden, dass kein Kind nach Abschluss der ersten Phase ohne Hilfestellung oder Anleitung bleibt. Ihr Tutor wird ihnen, falls erforderlich, weiterhin helfen, da gewährt werden soll, dass die Schüler sich auch weiterhin Ziele setzen und daran arbeiten. Dies gilt insbesondere wegen ihrer Vorbereitung auf das Abitur, denn nur wenn sie erfolgreich die Oberschule abschließen, können sie studieren.
Lokales Fördernetzwerk
Zum Programm gehört der Aufbau eines Fördernetzwerkes in den Gemeinden, um die Zukunftsaussichten der Kinder grundlegend zu verbessern. An jedem Ort besteht eine spezielle Infrastruktur aus ehrenamtlichen und gemeinnützigen Organisationen, die zumeist unabhängig voneinander tätig sind. Die Tutoren versuchen, hier ein Netzwerk zu knüpfen, damit diese Ressourcen zur schulischen, persönlichen und sozialen Entwicklung der Teilnehmer und ihrer Familien beitragen.
Evaluation
Das Zentrum zur Verbesserung der Bildung (Center for Education Enhancement, CEE) der Ben-Gurion Universität ist für den Evaluationsprozess zuständig. Ihm steht ein professionelles Team der Jewish Agency zur Seite. Nach Verarbeitung erster Evaluationswerte wurden bereits Programmänderungen vorgenommen. Jeder Tutor betreut inzwischen 15 bis 16 statt 20 Kinder, um adäquat auf die Bedürfnisse jedes Kindes eingehen zu können. Es wurden folgende Elemente evaluiert: Anwerbung der Tutoren, ihre Ausbildung und Arbeitsleistung; schulische Leistungen und Sozialverhalten der Teilnehmer; Ressourcen der Gemeinschaft und Kooperation mit örtlichen Programmen.
Aktueller Stand
Die Stadt im Galil ist wegen ihrer gemischten Bevölkerung – sowohl jüdisch (Ma’alot) als auch arabisch (Tarshiha) – einzigartig. Die jüdische Bevölkerung ist ausgesprochen vielschichtig und setzt sich aus Neueinwanderern, schon länger im Land lebenden Juden, aus religiösen und säkularen Personen zusammen. Der Programm-Manager Zohar Ezer arbeitet eng mit den zehn Tutoren des Programms zusammen und nahm 2008 an ihrer Ausbildung teil. Die Tutoren treffen zudem mit den Partnern aus der Region zusammen – Bildungs- und Sozialbehörden, Schulen, ehrenamtlich tätigen Organisationen.
Die Arbeit konzentriert sich auf die Kinder aus sechs Schulen. Die Tutoren begleiteten die Lehrer während der letzten Tage der Sommerferien, um an der Vorbereitung des neuen Schuljahres teilzunehmen und schon vorab mehr über die Kinder und ihre Eltern zu erfahren. In Ma’alot-Tarshiha wurden bereits 160 Kinder ausgewählt. Schulmitarbeiter nahmen in Absprache mit den Sozialbehörden und dem psychologischen Schuldienst der Stadtverwaltung die Auswahl der Teilnehmer vor. Zohar Ezer: „Es ist bewegend zu sehen, welche Fortschritte wir bereits gemacht haben. Wir haben Mitarbeiter verschiedenster Behörden und Einrichtungen zusammengebracht, die bei Auswahl und Ausbildung der Tutoren halfen. Diese sind hoch motiviert, und ich freue mich schon jetzt darauf, weiterhin verfolgen zu können, wie dieses Programm aufblüht und wächst – wie ein Baum, der seine Wurzeln immer weiter in den Boden treibt und seine Äste in die Höhe schießen lässt. In meiner Position fühle ich mich dafür verantwortlich, diesen Baum zu hegen und zu pflegen und dafür zu sorgen, dass er alles hat, was er braucht, um bestmöglich wachsen zu können – genauso wie unsere Kinder.“ Abl
Spenden schafft Chancen
Werden Sie unser Partner bei der Qualifizierung von bedürftigen, gefährdeten Kindern und Jugendlichen in Ma’alot-Tarshiha! Helfen Sie ihnen, ihr verstecktes Potenzial früh zu entdecken! Eine Spende in Höhe von Euro 615,00 fördert einen jungen Menschen ein Jahr lang. Die Teilnehmer an „Zukunft der Jugend“ werden ihre Fähigkeiten und Kompetenzen entdecken. 160 Kinder und Jugendliche warten darauf, an diesem Programm teilzunehmen, das ihr Leben verändern kann. Für Ihre Spende und Ihr Engagement erhalten Sie ein Zertifikat. Sie werden regelmäßig über Arbeitsphasen und Fortschritte dieses Programms informiert. KH



