Aktuelle Ausgabe KEREN HAYESOD JOURNAL

5782
Rosh Hashana Ausgabe

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Marco Moreno zog das Publikum in seinen Bann.
Foto: Moritz Piehler

Rafi Heumann informierte ĂŒber die Projekte des Keren Hayesod.
Foto: Moritz Piehler

Die „geheime“ Hilfe an der syrischen Grenze

Die JĂŒdische Gemeinde in Hamburg und Keren Hayesod hatten Marco Moreno eingeladen, einen ehemaligen Kommandeur der israelischen Armee (IDF), der von der Operation „Guter Nachbar“ berichtete, die er maßgeblich mit aufgebaut hat.
Zu Beginn des Krieges gruppierten sich viele nichtstaatliche Akteure auf der syrischen Seite der fast 100 Kilometer langen Grenze mit Israel: von der Al‐Nusra‐Front bis zum IS. Moreno sollte die Situation einschĂ€tzen. Die Grenzen zu schließen und mit Gewalt zu verteidigen, schien die erste logische Konsequenz fĂŒr die IDF. „Das MilitĂ€r denkt nicht gerne ĂŒber den Tellerrand hinaus“, erzĂ€hlte Moreno mit einem Augenzwinkern.
Doch dann habe man „sich entschieden, das Richtige zu tun“.

Als jĂŒdische Armee habe man bei einem Genozid nicht einfach zusehen können. „Wir sind inzwischen eine starke Armee, doch wahre StĂ€rke ist es, Gnade und MitgefĂŒhl zu zeigen“, erklĂ€rte er die Entscheidung. Über 4000 verwundete Syrer sind seitdem in israelischen KrankenhĂ€usern behandelt worden, mehr als 250 Tonnen Lebensmittel wurden ausgeliefert. Insgesamt eine Milliarde Euro hat die Operation in sechs Jahren gekostet. Daran hat sich auch der Keren Hayesod mit Spendengeldern beteiligt.
Die Langzeitwirkung mag viel grĂ¶ĂŸer sein als die kurzfristige menschliche Hilfe. Moreno fand klare Worte: „Es geht hier nicht um Politik. Es geht um Menschen, um Kinder.“ Die Operation habe die Wahrnehmung Israels bereits ĂŒberall im Nahen Osten maßgeblich verĂ€ndert. „Wir haben hier die Chance, Vertrauen fĂŒr Generationen aufzubauen.“

KH