Jugenddörfer

Jugenddörfer

Eines der größten sozialen Probleme Israels ist die hohe Zahl ernsthaft gefährdeter Kinder und Jugendlicher. Zehntausende schweben im häuslichen Umfeld in Gefahr, weshalb sie aus ihren Familien herausgeholt werden. Schutz bietet ihnen die warme Umgebung der Bildungsjugenddörfer. Die Betreuerinnen und Betreuer stehen ohne Bedingung an ihrer Seite, so dass ihre seelischen und manchmal körperlichen Verletzungen heilen. Sie blühen auf, und wenn es auch lange dauern kann, finden sie in der Gemeinschaft zu ihrer Unbeschwertheit zurück.

Die Jugenddörfer wurden in den Anfangsjahren Israels für jüdische Kinder aus den NS-Vernichtungslagern gegründet. Inzwischen haben sie ein sehr effektives Netzwerk geknüpft, das erfolgreich in das Leben der heute gefährdeten Kinder in Israel eingreift. In den 70 Jahren seit Gründung lebten hier 350.000 Kinder und Jugendliche, unter ihnen zahlreiche russische und äthiopische Neueinwanderer. Zurzeit sind es fast 1100 Minderjährige.

Sie verlassen den Teufelskreis der Armut. Erziehung und Bildung erleichtern ihre soziale Integration und eröffnen ihnen die Chance, zu angesehenen Mitgliedern der israelischen Gesellschaft zu werden, die – je nach Können und Vermögen – ihren Beitrag leisten.

Mit dem Einzug in ein Jugenddorf erhalten die Kinder und Jugendlichen eine Ausbildung bis zum Abschluss der Oberschule. In familiärer Atmosphäre wird viermal täglich gemeinsam gegessen. Die liebevolle, fürsorgliche Betreuung schließt auch psychologische und medizinische Hilfe ein.

 

Die Jugenddörfer verfolgen einen breit gefächerten Ansatz zur bildungserzieherischen und sozialen Rehabilitation gefährdeter Kinder. Dazu gehören:

  • Förderprogramme für Mittelstufenschüler, um Bildungslücken zu schließen und sie in das Schulsystem einbinden zu können;
  • individuell maßgeschneiderter Förderunterricht und Intensivnachhilfe;
  • therapeutische und psychologische Betreuung;
  • außerschulische Aktivitäten, um mittels Sport, Kunst und Fürsorge für Tiere positives soziales Verhalten zu entwickeln und zu stärken.

Zurzeit hat die Hälfte der Jugenddorf-Bewohner familiäre Wurzeln in Russland und Äthiopien. Bei den anderen handelt es sich um in Israel geborene junge Menschen mit problematischem Hintergrund.

Fast 90 Prozent der Mittelstufenschüler dieser Jugenddörfer besuchen später reguläre Oberschulen. 85 Prozent der Bewohner leisten ihren Wehrdienst. Die Verantwortlichen kooperieren so eng wie möglich mit den Familien und den Herkunftsgemeinden. Denn die Rückkehr ins Elternhaus, in ein „normales“ Leben, ist immer die wünschenswerteste Option. Für alle anderen garantiert das Leben in den Jugenddörfern individuelle Förderung, damit die jungen Menschen vom Rand ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft finden.

Yokneam Youth Futures

Jung und gefährdet – vom Rand in die Mitte der Gesellschaft

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